Aktuell Die Thalkirchner Ache wird nicht mehr verpachtet
 

Die Thalkirchner Ache wird nicht mehr verpachtet

Die Thalkirchner Ache ist ab 2015 kein Vereinsgewässer des KFV Rosenheim mehr, auch wenn sie momentan noch im Fischereierlaubnissschein aufgeführt ist. Der Eigentümer möchte sein Fischrecht selber ausüben. Leider wurde diese Absicht erst am 13. Januar 2015 bekannt und konnte somit nicht mehr im Erlaubnisschein berücksichtigt werden. Ich bitte darum zu beachten, dass in der Thalkirchner Ache nicht mehr gefischt werden darf!

Auf Wunsch habe ich einen kurzen Erfahrungsbericht über 10 Jahre Pacht der Thalkirchner Ache zusammengestellt:

Sehr geehrter Herr Wurm, 

Sie haben mich heute um eine kurze Beurteilung der Thalkircher Ache aus Sicht der Fischerei gebeten. 
Bei der Thalkirchner Ache handelt sich um einen naturbelassenen und strukturreichen Bergbach mit einem natürlichen, sich selbst reproduzierenden Bestand an Bachforellen. Die Fische sind gesund, wunderschön gezeichnet und gut genährt. Allerdings, und das ist erstaunlich, sie sind kleinwüchsig. Die wenigsten Fische aus dem Naturbestand erreichen das gesetzliche Schonmass von 26 cm. Das legt nahe, dass das Nahrungsangebot in der Thalkirchner Ache eher beschränkt zu sein scheint. Nach einem im Jahr 2006 kurz vor der Schonzeit getätigten Besatz mit 150 kg großen, laichfähigen Bachforellen, um den kleinwüchsigen Naturbestand etwas „aufzupeppen“, gab es im nächsten Frühjahr eine böse Überraschung. Von den noch vorhandenen Fischen waren alle bis auf die Mittelgräte abgemagert. Auch ein mehrfacher Besatz mit Elritzen brachte nichts. Die Fische sind spurlos verschwunden. In den kommenden Jahren wurde die Thalkirchner Ache regelmäßig mit fangfähigen Bachforellen besetzt, die von unseren Mitgliedern in relativ kurzer Zeit zum Teil wieder entnommen worden sind.
Wenn man die Daten aus dem Fischbesatz und der Fangstatistik betrachtet, wird man auf eine sehr niedrige Rückfangquote stoßen. Uns ist schon vor Jahren aufgefallen, dass ein großer Teil der frisch eingesetzten Forellen sich umgehend auf den Weg macht abzuwandern. Der Grund dafür ist unbekannt. Ich habe damals die Ursache in der Wasserhärte vermutet. Wir hatten einen langjährigen Lieferanten für Besatzforellen aus dem Bayerischen Wald. Das Wasser aus der Gegend ist bekanntlich  weich, während das Wasser aus der Thalkirchner Ache sehr hohe Härtegrade aufweist.
Diese Vermutung hat sich aber nicht bestätigt, nachdem wir auf ortsnahe Besatzfische aus Vogtareuth umgestellt hatten, die ebenfalls die Tendenz hatten abzuwandern. Fakt ist, dass sich der mittlerweile verstorbene Unterlieger nach unseren Besatzmaßnahmen oft an unerwartetem „Forellensegen“ erfreute. Auch im Simssee um die Achenmündung wurden immer wieder  Bachforellen gefangen, die mit großer Wahrscheinlichkeit aus unserem Besatz in der Thalkirchner Ache stammten. 
Die Thalkirchner Ache hat um die 8 Ha Wasserfläche und ist knapp 10 Kilometer lang. Mit durchschnittlich 50 kg pro Ha wurde dieses Gewässer von uns genauso besetzt, wie alle anderen Kleinbäche auch. Möglicherweise haben die Abwanderungstendenzen ihren Ursprung in einer relativ hohen Fischdichte in einem zugleich nahrungsarmen Gewässer. Wegen der Probleme reduzierten wir den Besatz in der zweiten Hälfte der Pachtperiode deutlich. Neue Erkenntnisse brachte dies aber keine.

   Fischbesatz Fangstatistik Forellen
Jahr Bachforellen Regenbogen Elritzen Fischtage  Stück Kg Rückfang
2005 1.205,0 kg     1.100 St 502 414 240,9 20,0 %
2006 480,0 kg    2.700 St 362 542 260,1 54,2 %
2007 600,0 kg       341 665 275,3 45,9 %
2008 750,0 kg       237 356 153,5 20,5 %
2009 300,0 kg 100,0 kg    262 443 192,0 48,0 %
2010 165,0 kg       213 311 146,6 88,9 %
2011 250,0 kg       144 182 73,2 29,2 %
2012 200,0 kg       91 93 46,0 23,0 %
2013 300,0 kg       84 89 33,9 11,3 %
2014 150,0kg                  

                            Fangstatistik 2014 ist noch nicht ausgewertet. 

Aus den oben genannten Gründen war eine Pachtverlängerung auch in unseren eigenen Reihen umstritten. Schließlich hatten sich aber die Befürworter durchgesetzt. Als Begründung wurde die zweifellos reizvolle Landschaft angeführt, der überschaubare Pachtpreis und die seltene Gelegenheit die Fliegenfischerei auszuüben. Also ein Gewässer für Idealisten. Das mag die Thalkirchner Ache auch sein, aber meiner Meinung nach ist sie für einen Fischereiverein in unserer Größe nur bedingt geeignet. 

Mit freundlichen Grüßen
2. Vorstand KFV Rosenheim e. V.

 

Zu dem Bericht möchte ich noch ergänzen, dass es im Sommer zusätzlich öfters Probleme mit einem sehr niedrigen Wasserstand gab. Dadurch wurde nicht nur ein sinnvoller Fischbesatz behindert, sondern auch die Fischerei. Auch wenn die Thalkirchner Ache von manchen Vereinsmitgliedern geschätzt wurde, dürfte der Wegfall kein allzu großer Verlust sein. 

                                                                                                                                                                                                 R. Schäfer, 2. Vorstand
 

 
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