Aktuell Nasenprojekt 2010
 

 Nasenprojekt  2010

Nach Vorbild des Kreisfischereiverein Wasserburg werden wir in den nächsten Jahren versuchen bedrohte
Fischarten selber zu erbrüten.
Gerade Nasen bieten sich dafür an und eigen sich für den Anfang hervorragend. Kaum eine andere Fischart
symbolisiert den Bestandsrückgang in unseren Gewässern so, wie die Nase.
Zu wenig geeignete Laichplätze, bzw. deren Veralgung, Fressfeinde unter und über Wasser, Flussverbauung ..., wir kennen das alles.

Nach dem die Wasserburger in Sache Nasenerbrütung bereits Erfolge zu verbuchen haben, wollen wir hier nachziehen.
Gerade in den ersten Wochen sind in der freien Natur Laich und Brut am meisten gefährdet. Deshalb soll hier nachgeholfen werden.
So ist es beabsichtigt Jungfische in speziellen Brutanlagen, die auf einem Kreislaussystem basieren, zum Schlüpfen
zu bringen, kurz anfüttern und dann im schwimmfähigen Stadium wieder in ihr Ursprungsgewässer zurück zu setzen.

Nur steht am Anfang das Problem der Laichbeschaffung. Für diesen Zweck wurden in der unteren Sims
am 10.und 11.April laichende Nasen elektrisch befischt. Durchgeführt wurde diese Aktion von den beiden
Gewässerwarten des Kreisfischereiverein Wasserburg.
Es zeigte sich dabei, dass in der Sims zwar zahlreich Nasen vorhanden waren, nur handelte es sich dabei
überwiegend um Milchner. Den Anteil schätze ich zwischen 70 und 80 Prozent. Ein paar Rogner konnten
dann doch gefangen werden, leider überwiegend große und alte Tiere. Solche Fische sind in der Regel
weniger produktiv und die Sterblichkeit der Eier ist hoch. Schließlich konnten fünf Rogner erfolgreich
abgestreift werden. Bei Cypriniden ist das nur während der Vollreife und direkt vor der natürlichen
Eiablage möglich. So mussten leider auch einige Rogner wieder zurückgesetzt werden, bei denen
nichts ging. Ebenso wurden auch die anderen gefangenen Fische entweder sofort, oder nach dem
Abstreifen wieder zurückgesetzt.

Insgesamt konnten so in gequollenem Zustand ca. drei bis vier Liter Laich gewonnen werden, das dürften
etwa 125000 Eier sein. Was davon nicht befruchtet worden ist, oder sonst noch eingeht, wird sich zeigen.

Der Laich wurde zwischen den beiden Vereinen geteilt und wird dem Nasenbestand im Inn zu gute kommen.


Update:

Erste Nasenbrut ausgesetzt

Wie bereits berichtet, konnten wir in der Sims Laichnasen fangen und erfolgreich abstreifen.
Die Erbrütung gestaltete sich anfangs verlustreich, da etliche unbefruchtete Eier aufplatzten
und darunter die Wasserqualität litt. So dürfte ein Drittel des Laiches eingegangen sein.

Aber nach eineinhalb Wochen stabilisierte sich die Lage, und nach 15 Tagen Erbrütungszeit,
schlüpfte die erste Brut. Und so konnten vier Tage später die ersten 4000 Jungfische
ausgesetzt werden, nachdem der Dottersack aufgebraucht war und die Fischlein zu fressen
begannen.
Ausgesucht haben wir uns dafür die untere Rohrdorfer Ache, da hier die Anforderungen an
ein optimales Jungfischhabitat am günstigsten erscheinen.
Die andere Brut wird weiter gefüttert und etappenweise nachgesetzt.


R. Schäfer

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